Struthof

Am Fuße der Vogesen, am Berghang über dem elsässischen Ort Natzweiler, liegt das ehemalige Konzentrationslager Struthof. Es handelt sich dabei um eine modellhaft restaurierte KZ Anlage der Nationalsozialisten, die auch seit zwei Jahren in den Kanon des nationalen Kulturerbes Frankreichs aufgenommen ist. Im Rahmen eines Angebotes des Evangelischen Jugendwerkes und des VVN – des Vereins der Verfolgten des Naziregimes – hat die Marienschule seit über zehn Jahren die Möglichkeit, mit der Klassenstufe 11 eine Studienfahrt nach Struthof zu unternehmen. Diese Fahrt ist inzwischen fester Bestandteil des Schulprogramms geworden.

Anstoß für diese Studienfahrt war sowohl die Idee den Schülerinnen und Schülern die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft anhand dieses KZ-Besuches hautnah zu veranschaulichen, als auch sich aktiv für den Gedanken der Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland einzusetzen. Gerade der Besuch einer solchen Stätte trägt dazu bei, den Jugendlichen begreifbar zu machen, welche Schrecken die Franzosen unter den Nazis erleiden mussten. Daher ist diese Fahrt nicht nur ein Angebot für die Geschichtskurse unserer Schule, sondern ist bewusst an die gesamte Klassenstufe 11 gerichtet.

Nach zwei Stunden Busfahrt kommt man relativ entspannt in Natzweiler an. Während sich der Bus dann langsam die mehrere Kilometer lange, steile Steigung zum Struthof hochmüht, erfahren die Schüler, dass die Gefangenen genau diesen Weg, beladen mit Gepäck und geschwächt durch Haftstrafen in anderen KZs, zu Fuß zurücklegen mussten. Wenn man schließlich oben angekommen ist, fällt zunächst das mächtige Eingangstor auf, sowie die hohen Stacheldrahtzäune und die hölzernen Wachtürme, die in regelmäßigen Abständen das gesamte Lager umgeben, und fast augenblicklich stellt sich das Gefühl der Bedrohung ein. Im Verlauf der dann folgenden Führung erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen über die perfiden Foltermethoden, die sich die Nazis ausdachten, um ihre Gefangenen hier zu quälen. Denn obwohl es sich bei Struthof um ein eher kleines Lager handelte, war es doch weit über die Grenzen hinaus gefürchtet, da hier vorzugsweise die Gefangenen hin verlegt wurden, die endgültig verschwinden sollten. Verstörend wirkt der Kontrast zwischen der Schönheit des Panoramas an klaren Tagen und der Tatsache, dass die Gefangenen im Sommer in der brütenden Hitze und im Winter bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt zum Appell antreten - zum Teil unbekleidet - und stundenlang in strammer Haltung verharren mussten.

Die Schüler erfahren, dass der Galgenplatz, der bis heute erhalten ist, regelmäßig zu öffentlichen Hinrichtungen genutzt wurde und der Grünstreifen vor den Stacheldrahtzäunen das gefürchtete Niemandsland war, in das Gefangene gestoßen wurden, um dann von den Wachposten auf den Türmen wegen „Fluchtversuchs“ erschossen zu werden. Je weiter die Führung auf dem Gelände voranschreitet, desto tiefere Nachdenklichkeit macht sich breit. Wenn die letzte Station – die „medizinische Abteilung“ – erreicht ist, haben die Schüler begriffen, welche menschenverachtende Systematik dem KZ-Wesen der Nationalsozialisten zugrunde lag.

Wesentlich bei dieser Studienfahrt ist, dass hier nicht mit dem erhobenen Zeigefinger die NS-Verbrechen vorgeführt werden, sondern aus fast beiläufig erzählten Anekdoten in Kombination mit der Authentizität des Ortes die Besucher das Ausmaß der Gräuel erfassen.

Wer kann sich schon vorstellen, welche Enge in den Arrestzellen herrschte, die mit zehn bis 15 Insassen belegt waren, so dass man nur noch stehen konnte? Aber wenn die Schüler selbst versucht haben, Platz in diesem Raum zu finden, sind das Erfahrungen, die kein Schulunterricht vermitteln kann und die nie mehr vergessen werden.

Im Verlauf der letzten zehn Jahre sind solche Fahrten ein immer wichtigerer Bestandteil des Schulprogramms geworden. Denn durch die Medien ist heutzutage jeder ständig mit Schreckensmeldungen konfrontiert und die Unterhaltungsindustrie sorgt häufig dafür, dass Mord eher teilnahmslos zur Kenntnis genommen wird. Daher bemüht sich die Marienschule verstärkt, für diese Geschehen zu sensibilisieren, und die Erfahrung zeigt, dass gerade die Struthoffahrt zu einer veränderten Wahrnehmung des Nationalsozialismus führt.

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